Konzert, Dienstag 29. Mai 2007
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Zeitungskritik AZ Bad Kreuznach 01.06.07
Lobpreisungen aus 60 Kehlen
Motetten-Konzert der Stuttgarter Chorknaben in der Pauluskirche
Vom 01.06.2007
Die Stuttgarter Hymnus-Chorknaben machten auf ihrer Konzertreise durch den Westen Deutschlands auch in Bad Kreuznach Station. In der Pauluskirche sangen die 40 Jungen und 20 jungen Männer Motetten von Heinrich Schütz und Johann Sebastian Bach.
Von
Frank Gottschald
Die etwa 200 Besucher dieser Darbietung geistlicher Vokalmusik auf hohem Niveau konnten sich eine reichliche Stunde lang an den Lobpreisungen Gottes und Jesus Christus per Musik und Texten aus dem 17. und 18. Jahrhundert erfreuen.
Unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Hanns-Friedrich Kunz wurde von dem jungen Chor, der vor 100 Jahren gegründet worden war und heute zur Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Stuttgart gehört, vier- und fünfstimmiger Gesang in deutscher Sprache geboten, der durch strahlende Stimmen und absolute Disziplin bestach. Auffällig war auch das regelrechte Zelebrieren schwieriger Textpassagen mit komplizierten Wörtern wie "Zebaoth", "Ob es itzt gleich kracht und blitzt" oder "Trotz der Furcht darzu".
Im Mittelpunkt des Konzerts stand Bachs ausgedehnte und abwechslungsreiche Motette "Jesu, meine Freude". Die Stuttgarter Sänger kamen der Aufforderung in Heinrich Schützī Motette "Singet dem Herrn ein neues Lied" allzu gern nach. Da hieß es "Lobet den Herren mit Harfen und Psalmen; mit Drommeten und Posaunen!".
Als angenehmes Gegenstück zu den singenden Knaben und jungen Männern saßen vor dem Chor die jungen Mädchen des "ensemble cordial", einer kleinen Gruppe für alte Musik, entstanden an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst der baden-württembergischen Landeshauptstadt.
So zurückhaltend die Künstlerinnen (ergänzt durch zwei Männer an Orgel-Positiv und Fagott) den Chorgesang begleiteten, so temperamentvoll gaben sich speziell Dietlind Mayer (Violine), Kathrin von Cule (Viola) und Celine Papion (Cello) bei ihren Soloauftritten mit Telemanns Triosonate aus der "Tafel-Musik" und Franz Bibers Passacaglia (Variationen) aus der Partia V in g-moll. Für sie gab es langen Beifall. Und natürlich auch für die Hymnus-Chorknaben, die einen Bach-Choral als Zugabe sangen.